Vorschlag Neustart hlustik

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Dieser Text stammt von Benutzer:Hlustik und wurde ursprünglich in einem Forum verwendet.

Im ökonomischen Mainstream wird der "Souverän" ein Geld (irgendwelche bedruckten Papiere) schaffen und den Papierln dadurch Wert verleihen, dass er jeden Bürger zwingt, an jedem Monatsende 5 dieser Papierln als Steuer zu bezahlen. Wenn das Ganze mit einem Papierlverteilungsprogramm (pardon: Konjunkturprogramm) verbunden ist, besteht sogar die Chance, dass es ohne übermässige Anwendung des Halsrechtes funktioniert. Die damit verbundenen Gefahren sind jedoch enorm: Wenn zuviel Geld ausgegeben wird, ist Inflation vorprogrammiert, wenn es zu wenig ist, ist die Schuldknechtschaft für einen Teil der Bevölkerung ebenso fix. Grösstes Problem sind die völlig fehlende Limitierung der "Staats"-ausgaben und die Konvertierbarkeit. Da es (derzeit) straffrei ist, empfehle ich dertiges "Geld" nur in der unbedingt notwendigen Menge anzunehmen.

Den "Neustart" aus der Sicht des Debitismus (Jedes Geld ist schuld.) sehe ich schwierig. Eventuell könnte es auf der Basis von wechselseitigen Arbeitsverpflichtungen funktionieren - vergleichbar mit Fureai-Kippu aus Japan.

Ich glaube, dass aber der Weg der österreichischen Schule (soweit ich ihn verstanden hätte) am ehesten funktioniert: Wer Waren besitzt, die er verkaufen möchte, gibt Gutscheine auf eine bestimmte Menge dieser Waren aus und bezahlt zugekaufte Leistungen mit diesen Gutscheinen. Die Gutscheine sind tauschbar und können jederzeit gegen Ware eingelöst werden.

Der lokale Markt hat seit einer Woche keine Lieferung mehr erhalten und ist leergekauft.

"Markt" funktioniert immer. Der pure Tausch in ausgebombten Städten blieb immer (!) aufrecht. Eine der Aufgaben des Gemeinderats besteht darin, Sicherheit am Markt zu gewährleisten - im Austausch dafür kann es eine Abgabe geben. Wenn diese jedoch zu hoch ist, verzichten die Marktteilnehmer auf den überteuerten Schutz.

Welchen Masterplan kann man dem Gemeinderat auf den Tisch legen

Der Gemeinderat ist nicht der neue Initiator. Über den Gemeinderat kann man Interessen bündeln, aber nicht "Wirtschaft" neustarten. Es kann daher begleitend (!!!) Sinn ergeben, die beiden ältlichen Polizisten als Markt/Nachtwache einzusetzen und offen über deren Entlohnung/Verpflegung usw zu sprechen - ich gehe davon aus, dass dies von der Bevölkerung verstanden würde.

um nicht in das Zeitalter des puren Warenaustausches zurückzufallen

Wäre nicht so schlimm - nach Mises bildet sich innerhalb von kurzer Zeit die "marktgängigste" Ware heraus. Es handelt sich dabei um eine Ware, die nicht zum Verbrauch nachgefragt wird, sondern die gefragt wird, weil sie im Tausch begehrt ist. (historisch z.B. Zigaretten). Welche Ware das in dem Dorf wird, kann ich nicht sagen - vielleicht Salz oder Zündkerzen?

gleichzeitig einen vorzeitigen Kollaps oder einseitige Machtansammlung (Geldansammlung) zu verhindern ??

Wenn das System "Geldansammlung" verhindern soll, wird es nicht funktionieren. In einer derartigen Situation sind Konzentrationen von Macht und Geld in den Händen einzelner Akteure sogar notwendig, um so Impulse (in Form von Produktionsstätten oder Infrastruktur) liefern zu können. Der willkürliche Missbrauch von Macht ist jedoch ein anderes Thema.

Das stablisierendste Element gegen vorzeitigen Kollaps sehe ich darin, dass mehrere Methoden parallel verwendet werden. Wenn etwas kollabiert, bricht nur ein Teil zusammen und nicht gleich die ganze Gemeinschaft.

Keiner soll verhungern (also eine gewisse Solidarität und Finanzausgleich im System, gleichzeitig soll Fleiß sich auch real lohnen).

Umverteilung, wie sie heute üblich ist (ca 50% Staatsquote) wird nicht möglich sein. Ich glaube eher, dass es maximal (!) im Bereich der mittelalterlichen Abgaben liegen kann: Kirchenzehent für soziale Zwecke und Staatszehent für öffentliche Ausgaben (Wege, Gericht und Verteidigung).

Egal, wie das System beschaffen sein soll, wird es unbedingt (!) Eigentumsrechte respektieren müssen. Ohne Eigentum tritt Leistungsverweigerung (und damit Stagnation) ein. Eine Idee der Form: "X besitzt Y, die ,Gemeinschaft' benötigt dringend Y. Also ist es zumutbar, von X das Gut Y als Solidarbeitrag wegzunehmen" verurteilt das Dorf zur Stagnation.