Deckung in der Krise

Aus RegionalesWirtschaften
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Im Bereich der Deckung gibt es zwei wesentliche Problemfelder:

Was statt der Eurodeckung?

Wann gibt man die Eurodeckung auf?

Was statt Euro-Deckung?[Bearbeiten]

Möglichkeiten Regionalwährungen zu decken gibt es in der Praxis viele. Leistungsdeckung ("Gutscheine" die von allen Teilnehmern als Geldwert akzeptiert werden) Das Problem dabei ist, das diese Regionalwährung der Inflation des Euro 1:1 unterliegt. Man könnte dies beheben, indem man ein eingefrorenes Preisniveau vereinbart. Ich sehe dies jedoch als problematisch in der Abwicklung - viele Teilnehmer wären (meiner Meinung nach) davon moralisch überfordert.

Leistungsdeckung mit Leitbetrieben[Bearbeiten]

Es gab Überlegungen zu "Eisenbahngeld". Die Währungseinheit sollte in der Verpflichtung bestehen eine Person einen Kilometer zu transportieren. - Ich sehe es als interessanten Ansatz, es erfordert jedoch grosse (oder zumindest homogene) Betriebe. - Eine Abwandlung könnte in einer "Agrardeckung" liegen. Geldschöpfung in der Landwirtschaft, mit der Verpflichtung pro "Agrano" ein Ei, 20 dag Weizen oder 3 dag Rindfleisch zu liefern.

Golddeckung[Bearbeiten]

Deckung mit Edelmetall - ein wesentlicher Vorteil läge in der gleitenden Umwandelbarkeit. Man könnte bestehende Eurodeckungen für den Ankauf von Gold verwenden. Und die Währungsdefinition in die Form "ein Regional ist 0,3 gramm Gold" bringen. Einziges Problem sind die schwankenden Kurse Euro/Edelmetall. Doppelte Preisauszeichnungen wären erforderlich. Sind jedoch (siehe eGold usw) möglich.

Davon abgesehen, bietet sich die Deckung mit 5-Euro-Silbermünzen an: Die Bankeinlagen, die jetzt als Deckung der Regionalwährungen dienen werden zu einem (Gross-)-Teil in 5-Euro Silbermünzen gewechselt. Die Euro-Deckung bliebe erhalten und es gäbe einen klaren Zeitpunkt der Trennung vom Euro: wenn der Metallwert der Silbermünze den Nominalwert der Münze übersteigt, ist der Zeitpunkt gekommen, den Mitgliedern mitzuteilen, dass doppelte Preisauszeichnung das Gebot der Stunde ist und ab sofort die Regionalwährung in Silber UND Euro getauscht wird.

Stundendeckung[Bearbeiten]

Die Deckung mit "1 Stunde Arbeit" erfordert entweder sehr reife und idealistische - oder sehr homogene Teilnehmer. Es wird kaum gelingen einen Stundenkreis zu starten, in dem dauerhaft eine Stunde Steuerberater gegen eine Stunde Babysitten getauscht wird.

Wann gibt man die Eurodeckung auf?[Bearbeiten]

Das wesentliche Problem zu Deckungsfragen ist jedoch: Wann gibt man die Bindung an den Euro auf? Bei einer Inflationsrate von 10%? Wenn die Geldmenge M3 um 20 % im Jahr wächst? Wenn 30 % der Banken pleite sind?

Damit stellt sich natürlich auch die Frage: Zieht man in der Regionalwährung eine Währungsreform des Euro einfach vor? - Wenn ein Laib Brot 20 Euro kostet - ist dass der Zeitpunkt zu sagen: Stop ? oder wartet man bis zum Brotpreis von 200 Euro? Oder 2000 Euro? Ich befasse mich deshalb hauptsächlich mit inflationären Szenarien, weil ich diese für wesentlich wahrscheinlicher (und problematischer) halte. Persönlich fürchte ich, dass viele Regionalwährungen die Trennung vom Euro nicht schaffen werden und mit ihm gemeinsam in die Hyperinflation gehen werden.

Liquidität für die Region/Clearing/neutrale Scheine Ich sehe (bei unterschiedlichen Deckungen) nur eine einzige Möglichkeit Clearingstellen zu schaffen: freie Wechselkurse mit transparenter Abwicklung der Transaktionen an diesen Clearingstellen sollten auch sämtliche Tobin-Tax-ähnlichen Abgaben eingehoben werden. Die Einrichtung von Clearingstellen ist jedoch nebensächlich, da es für den Anwender in der Krise durchaus praktisch ist, mehrere Komplementärwährungen zu verwenden.