CongressGeld

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CongressGeld ist ein mögliches Modell zur experimentellen Versuch eine (temporäres) dezentrales Finanzsystem auf die Beine zu stellen. Der Name CongressGeld kommt von der Idee am 25c3, außerdem klingt der Begriff Congress, eine Zusammenkunft von Personen, im Zusammenhang mit Geld recht nett.

Bei Dorf, Viertel, Vereinsfesten werden oft Essens- und Getränkebons ausgegeben. Teilweise aus hygienischen Gründen (Geldhände sollen kein Essen anfassen), teilweise aus organisatorischen Gründen (der Mann am Zapfhahn soll zapfen und nicht Wechselgeld raus kramen). Dieses Bons haben aber noch einen Vorteil, die vielen freiwilligen Helfer bekommen als eine klitzekleine Aufwandsentschädigung solche Bierbons als Lohn, aber ohne dafür Geld zu bezahlen. Sie bekommen also Bier und Essen ohne dafür "richtiges" Geld auszugeben, sondern nur Ihre Leistung. Denn diese Gesamtleistung aus z.B. Bewirtung und Musik ist ja der Grund dafür das die echten Kunden mehr als den Einkaufspreis der Flasche Bier bezahlen.

Rein rechnerisch schaut das so aus: der Verein kauft 1000 Flaschen Bier für € 500, verkauft gegen echtes Geld 500 Flaschen zu je € 1, hat so den Einkaufspreis reamortisiert und kann 500 weitere Flaschen als "Gewinn" über weitere Bons an seine Helfer ausgeben. Zugegeben bei dieser Kalkulation wären die Helfer schnell arbeitsunfähig;) Der Verein kann aber auch dem Kassenwart und dem Platzwart, die nichts zum Fest beitragen aber unter dem Jahr Bücher führen und rasen mähen entschädigen. Soweit würde er aber die Geldschöpfung auf nicht Congresseinzahler (echtes Geld oder Leistung) ausdehnen. Was vollkommen in Ordnung ist und in maßen funktioniert. Der Verein sollte gut daran tun dem (F)Bon(d)verwalter, dem (F)Bon(d)weiterträgerhilfsstempler und dem (F)Bon(d)abreiser nicht jeweils 29% Leistungs-Boni zugestehen; das würde kein Vereinsvorstand zulassen.

CongressGeld will jetzt aber kein reiner Ersatz der bunten Bierbons, sondern will dieses System ausweiten um so noch mehr Leistungen mit "vergnügensgedeckten" Währungsystemen tauschen zu können. Vielleicht lässt sich ja der externe Bühnenbauer dazu überreden, auch nur einen kleinen Teil, seines Lohns in diesem Geld anzunehmen, weil er eben weiß, das er die jährliche Elektroüberprüfung seiner Geräte bei einem Elektrofachbetrieb vornehmen kann, der wiederum die Reparatur seines Autos bei einer Werkstatt machen lassen kann, die wiederum bei einer Steuerkanzlei Kunde ist dessen Betriebsausflug genau auf dieses Vereinsfest sein wird. Der echte Leistungsflusss wird dazu noch verästelt und wesentlich komplexer sein.

Wichtig ist das der Bühnenbauer von Anfang an nicht wissen muss wie dieser weg sein wird, sondern vertrauen haben kann das er passieren wird.

Hat man ein solches Experiment erfolgreich gestartet, kann man das ganze auch gleich als Regionalgeld weiterführen.